30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Depressionen sind kein Tabuthema mehr, fast täglich sind Berichte darüber in den Medien zu finden.

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Anne81
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30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Anne81 » Di 9. Jan 2018, 12:22

Antidepressiva helfen nicht - eigentlich ja keine neue Erkenntnis
The theory fits in with psychiatry’s attempt, over the past half century, to portray depression as a disease of the brain, instead of an illness of the mind.
Deciding which antidepressant to prescribe to which patient has been described as a “flip of a coin.”
https://qz.com/1162154/30-years-after-p ... epression/
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von LaLoca » Di 9. Jan 2018, 13:19

Mittlerweile auch meine Meinung.
Und Absetzen ist die Hölle, bis sich die ganze Hirnchemie wieder eingerüttelt hat.
Jetzt, 18 Monate danach, muss ich sagen: nie wieder.
Ich hatte etwa 6-8 unterschiedliche AD's, von Trizyklika bis SSRI alles dabei.
Immer üble Nebenwirkungen auf Körper und Geist. Manche Nebenwirkungen waren auch super, zum Beispiel Euphorie oder hypomane Phasen. Oder, dass ich jede Nacht ganze Filme geträumt habe. Die Hoffnung hat mich weitrmachen lassen, bis ich die Nebenwirkungen nicht mehr ertragen konnte.
Alles in allem hatte ich immer das Gefühl, unter Drogen zu stehen. Verschriebene harte Drogen.
Heute bin ich stabiler als in der ganzen Zeit mit AD.
Klar, ich habe keine echten Beweise für oder gegen Wirksamkeit und habe in einer sehr instabilen Phase abgesetzt. Das, was danach kam, war schlimmer als die Krankheit. Jetzt ist es gut, mit Höhen und Tiefen, die ich kompensieren kann.

Ich bin mir sicher, dass die Schematherapie den Durchbruch gebracht hat.
Oder einfach die Zeit...
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von ella » Di 9. Jan 2018, 15:28

Anne81 hat geschrieben: Antidepressiva helfen nicht - eigentlich ja keine neue Erkenntnis
Eine recht pauschale Aussage. Die ärgert mich.

Sie helfen manchen Menschen nicht,
das stimmt,
anderen helfen sie langfristig zu überleben und manchen helfen sie in der Krise auch sehr.
So ist es!
Mir haben sie kurzzeitig auch geholfen, aber nach einem Jahr brauchte ich sie nicht mehr.
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Claire
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Claire » Di 9. Jan 2018, 17:09

Ich schließe mich Ella zu 100% an.
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Anne81 » Di 9. Jan 2018, 18:22

Hm...ja...kann sein. Ich sollte das besser nicht pauschalieren.
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Dunkelrot » Mi 10. Jan 2018, 20:18

Ich bin froh, noch Prozac zu nehmen.

Ich halte die von dir zitierte Ursache, Anne, für eine mehrerer möglicher Erklärungen für Depressionen.

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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Bernstein » Sa 10. Feb 2018, 17:59

sorry aber mich ärgert der Spruch sehr.

Ich hab heute mal über meine letzten 30 zig Jahre nachgedacht und über Menschen die mir begegnet sind. Zu leugnen, dass z.b. Stress, Traumata, Depressionen keine Auswirkungen auf unsere Körper haben ist mir unbegreiflich. und ja, dass z.B bei Psychosen auch eine individuelle "körperliche" Ursache vorhanden sein kann, halte ich für möglich.
Für falsch halte ich es nur Medkamentös zu behandeln. Sehe aber da ein großes Umdenken. schon vor 30zig Jahren wurde, als ich in einer Tagesklinik war, auch Menschen mit Psychosen und manisch depressiv mit therapiert. und wer gegen Prozac schreibt von dem wüsste ich gern was davor mit den Menschen mit erheblichen Störungen passierte? Will man wirklich Irrenhäuser und ewig wegsperren wieder haben.?

Nebenwirkungen joo, ich bin da auch leider empfindlich und ja ich hab es immer wieder als persönliches Versagen empfunden, dass ich Medikamente nehmen musste. Mit Abstand weiß ich aber auch, dass ich sonst nicht mehr hier wäre.

Für mich geht es um eine individuelle Einschätzung. Manche schaffen ihre Krisen ohne Medikamente, manche brauchen sie nur eine begrenzte Zeit und manche brauchen sie immer. Natürlich sollte man die Pharmaindustrie kritisch sehen und auch Ärzte die zu schnell zum Rezeptblock greifen. Genauso kritisch sehe ich aber auch Therapeuten die nicht behandeln ohne das Therabanden medikament frei sind. Das eine gewisse Stabilität Voraussetzung ist sollte für mich nicht an Medikamenten abhängig gemacht werden.
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Claire » So 11. Feb 2018, 10:01

Ich habe in meinem nächsten Umfeld die Erfahrung gemacht, dass nicht die Krankheit als das Problem gesehen wird, sondern das Medikament. Sprich: wenn ich über Jahre ADs nehme, bin ich als abhängig und unzurechnungsfähig bezeichnet worden. Was mit mir wäre wenn ich nichts nehmen würde wird gar nicht gefragt.
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Re: 30 years after Prozac arrived, we still buy the lie that chemical imbalances cause depression

Beitrag von Bernstein » So 11. Feb 2018, 14:17

ernsthaft Claire, puh das fällt mir schwer zu glauben. Du Ärmste ....

mal ein wenig provokant. Was ist denn an Abhängigkeit das Problem? Bei Diabetis nimmt man Insulin, bei Bluthochdruck gibt es auch genug Medis, wieso wird das nicht bei Depressionen so gesehen? mhh grins ich hab da gerade einen ketzerischen Gedanken. Könnte es sein, dass die die da so gegen sind, Angst haben? Weil wenn man zugäbe, dass es kein nur von der Person abhängiges Fehlverhalten gibt, das es jeden treffen kann. Das es außerhalb unsere Macht läge daran zu erkranken?
Lieber macht man den Betroffenen klein und bildet sich ein sein "Leben" besser im Griff zu haben. sag nur traurig.
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